WEM HILFT ALEXANDER-TECHNIK?

Alexander-Technik und Berufsalltag
Dem Immer-mehr und Immer-schneller unseres Wirtschaftens kann man sich nur schwer entziehen. Dennoch ist wichtig: Stress ist kein Umweltfaktor, sondern unsere Reaktion auf Umweltfaktoren. Nur wenn wir lernen, unsere Gewohnheitsmuster wahrzunehmen und zu unterbrechen, können wir schonendere Formen unseres Verhaltens entwickeln.

Alexander-Technik für Jugendliche
Gerade bei der Identitätsfindung in Jugend und jungem Erwachsenenalter werden häufig fremde Gewohnheiten angenommen, um Wunschbildern zu entsprechen.
Alexander-Technik verhilft hier zu einer klareren Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse und Potentiale. Sie fördert das Selbstbewusstsein und hilft Haltungsschäden vorzubeugen. Dabei kommt die raumgebende Herangehensweise dem jugendlichen Wunsch nach Selbstbestimmung entgegen.

Alexander-Technik im Alter
Alexander-Technik ist an kein Alter gebunden. Sie ist unabhängig von der körperlichen Leistungsfähigkeit und hilft, Beweglichkeit zu erhalten und Beschwerden vorzubeugen.

Alexander-Technik und Musik
"Die Alexander-Technik regt eine gelassene Aufmerksamkeit an und schafft so die Voraussetzung für intensives Hören (Horchen). Sie öffnet den Sinn für ein immer neu einzuschwingendes Gleichgewicht. Sie verwurzelt und sie macht leicht. Sie lehrt warten zu können: Erst denken, dann handeln. Sie will geschehen lassen statt zu 'machen'. So hilft sie, die tiefen spontanen, oft unentdeckten Impulse zu befreien und in der Musik wirken zu lassen. Musiker neigen dazu, körperliche Spannungen zu übertreiben, besonders wenn die Musik sie erschüttert und äußerste Ausdruckskraft fordert. Es ist wahr, Musizieren heißt, mit Herz und Leib und Seele in der Musik unterzugehen. Aber es ist ein Mißverständnis, wenn wir die Klänge in uns stauen, in uns zurück biegen. Wir sollen die Klänge geben, sie müssen sich von uns ablösen, damit die musikalischen Gedanken durch unser Spiel zum Sprechen finden. Sie gehören nicht uns. Wir sind nur ihr Medium." (E. Picht-Axenfeld, Pianistin und Klavierpädagogin; Interview im Alexander-Forum 2/89)

Alexander-Technik und Rückenprobleme
Fast alle Rücken- und Hüftprobleme haben neben einer originären Komponente (geschädigte Wirbel, angeborene Fehlstellung) eine reaktive Komponente. Oft sind es die Schonhaltungen, die auf Dauer zu Verhärtungen mit entsprechenden Schmerzen führen.
Alexander-Technik ist prädestiniert dafür, derartige Schwierigkeiten abzubauen.
Sh. auch Studie: Alexander-Technik lindert chronische Rückenschmerzen" (pdf, 60 kB)

Alexander-Technik und Psychotherapie
Alexander-Technik führt den Geist zurück in den Körper. Sie integriert und erdet. Sie ist behutsam und Raum gebend. Alexander-Technik ist keine Therapiemethode, aber wegen ihres "inhaltslosen" und ganzheitlichen Charakters eine hervorragende Ergänzung bei psychotherapeutischen Prozessen.
So wie Schüler nach der Stunde oft berichten, dass sich ein und derselbe Körper viel leichter, freier, größer anfühlt, ändern sich oft auch Emotion und Perspektive.

Alexander-Technik und MS/Parkinson
MS und Parkinson bringen meist ein Zuviel an muskulärer Spannung mit sich. Patienten, die Alexander-Technik-Unterricht nehmen, berichten von einem wohltuenden Spannungsabbau und einem Zuwachs an Selbstbestimmung. Z.T. werden schon verloren geglaubte Bewegungsmöglichkeiten zurück gewonnen.

Alexander-Technik und Zazen
Sich von Gewohnheiten zu befreien und "den Bhudda töten" sind eng miteinander verwandt.
Gewohnheitsmäßiges Handeln und Denken ist in der Regel verbunden mit verminderter Achtsamkeit. Beim Üben wird die Beachtung des Wie geschult. Der Fokus wird darauf gelegt, Unnötiges wegzulassen und dadurch einen natürlichen Fluss (von Bewegung, Atmung, (Nicht-)Gedanken) Raum zu geben, der nicht mehr nur aus der eigenen Person im engeren Sinne rührt.
Und die banale Seite: Alexander-Technik erleichtert das Sitzen erheblich.